Die von der 11. Gerüstlage angefertigten Fotos haben es schon ein wenig erahnen lassen, dass sich unser Turmkreuz möglicherweise in einem schlechten Zustand befindet. Und so ist es auch gekommen. Nach dem Herunternehmen des Kreuzes vom Turm und Durchführung einer gründlichen Reinigung kamen die Schäden auf. Einschusslöcher, die ganz offensichtlich aus Kleinkaliberschusswaffen abgegeben wurden, haben Wasser ins Kreuzinnere gelangen lassen, das über Jahre das Stahlblech korrodieren ließ. Der Qualität und Art des Stahlbleches zur Folge, dürfte das Turmkreuz aus dem Jahre des Kirchenneubaus, also 1878, stammen. Nur ungefähr 1/3 des Materials ist, sofern das Material nicht gänzlich verschwunden ist, an vielen Stellen noch da. Eine Vergoldung des bisherigen Kreuzes wäre damit nicht von langer Dauer. Schnell handeln hieß es nun in dieser Woche, sonst ist der Beginn des Gerüstrückbaues vor Weihnachten noch gefährdet.





Ergebnis: Wir haben ein neues aus Kupfer gefertigtes Turmkreuz in Auftrag gegeben, das kommende Woche hergestellt, anschließend vergoldet und am 9. Dezember 2017 um 13:30 Uhr nach einer feierlichen Segnung auf den Kirchturm gehoben wird.
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17.11.2017
So wirklich angenehm war es in den Höhen des Kirchenturmes nicht mehr zu arbeiten. Von Tag zu Tag wurde es kälter und nasser. Die angekündigten Minustemperaturen sind zwar nicht ganz so gekommen, aber das Verfugen der Mauersteine ist nicht mehr möglich. Viele nicht sichtbare Arbeiten haben die Restauratoren dann durchgeführt. Die Fertigstellung verschiedener Ausbesserungsarbeiten an Ecken und Mauersteinen, das letzendliche Wiederherstellen des Traufgesims, die Ausbesserung und der Austausch von Mauersteinen bis zum Turmfuß und zuletzt viele Aufräumarbeiten um die Baustelle herum.
Blau markiert sind die Flächen an denen die Mauersteine ausgebessert und ausgetauscht worden sind.
Der Maler hat seine ersten 2 Anstriche am Gesims des Tumhelms angebracht, der Spengler die Kupferverblechung am Turmdach, am Traufgesims und an den Schallluken herum hergestellt und die Schallluken selbst wurden angepaßt und vormontiert.
Farbanstrich Gesims und Rundbogenfries
Kupferblech Turmhelm
Das Turmkreuz befindet sich in der Reinigung und soll dann möglichst schnell repariert und vergoldet werden.
Die Zeichen stehen nun ganz auf der Fertigstellung aller Einzelmaßnahmen von Turmspitze bis zur Gerüstlage 6 (1 Lage unter dem Traufgesims), um dann das Gerüst bis dort hin abzubauen und die Baustelle winterfest zu machen.
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11.11.2017
Ganz überraschend kommt der Winter ja nicht und die für die übernächste Woche angekündigten Minustemperaturen lassen es jetzt nicht mehr zu, weitere Verfugungen vorzunehmen. Das Material wird mit so viel Wasser verarbeitet, dass ein nachhaltiger Halt bei der Verarbeitung unter Frost nicht mehr gewährleistet ist. Damit wird die Restaurationsfirma die nächsten 2 bis 3 Wochen Restarbeiten wie Steinetausch im unteren Teil des Turmes, Korrekturarbeiten an den "Nonnenköpfen" und am Gesims, Ausbesserungen von Fehlstellen usw. vornehmen.
Grün und orange eingefärbt sind die bearbeiteten Flächen unseres Kirchenturmes
Nächste Woche sollen nach Aussage des Architekten die Schalladen eingebaut werden und die Spenglerarbeiten endlich fortgesetzt werden. In der Woche drauf sollen dann noch die Ziffernblätter montiert und die Uhrenzeiger angebracht werden. Auch die Bekrönung der Turmspitze müßte wieder aufgesetzt werden, damit in KW46 dann mit dem Abbau des Gerüstes bis zur Gerüstlage 6 begonnen werden kann. Hoffentlicht schafft es auch der Maler noch, seine Frabanstriche rechtzeitig anzubringen.
Turmspitze ohne Kreuz und Kugel
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04.11.2017
Seit Samstag in der 12. Bauwoche ist es nun so weit, dass unser Kirchenturm bis ganz nach oben - Turmspitze - eingerüstet ist. Es sollte nicht sein die Bekrönung mit einem Autokran herabzuheben und deshalb wurde nochmals aufgerüstet. Seitens der Restaurationsfirma sind die Arbeiten im oberen Turmbereich (Oktogon bis zum Traufgesims - Gerüstlage 11 bis 07) soweit fertiggestellt. Die Fugen sind wiederhergestellt, die Gesimse am Fuß des Turmhelmes saniert und die Laibungen für die Schallladen fertiggestellt. Die Zimmererarbeiten ganz oben sind ebenfalls fertig. Der Maler hat seine Musterflächen erstellt und über die Farbegebung ist entschieden, so dass der Anstrich jetzt zeitnah erfolgen kann. Wenn dann noch die Ziffernblätter und Zeiger angebracht und die Schallladen eingebaut sind, kann sicher vor Einbruch von Frost und Schnee bis zum Traufgesims - vielleicht auch bis zum Gesims auf Dachrinnenhöhe - das Gerüst abgebaut werden.

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28.10.2017
In dieser Woche wurden wir mit perfektem Wetter weiter belohnt und unser hiesiger Zimmermann konnte seine Arbeiten im Turm und Turmhelm soweit abschließen. Im Inneren sind wir nun am Kaiserstiel (Spitze der Kirchturmkonstruktion) angekommen. Dabei handelt es sich meistens um das senkrecht stehende oberste Bauteil der Dachkonstruktion, das die Kirchturmbekrönung trägt.
Blick im Turmhelm zum Kaiserstiel
Auch die Restauratoren haben eine hervorragende und exzelente Leistung erbracht. Die gesamten Fugen von Turmhelm bis Turmtraufe (grüne Kennzeichnung in den Plänen) sind hergestellt worden, so dass jetzt nur noch Ausbesserungsarbeiten von Bestandsflächen und die restauratorische Wiederherstellung der Gesimse zu erfolgen hat. Damit wird das Etappenziel "Turmtraufe" übernächste Woche endgültig erreicht und die Arbeiten gehen in den darunter liegenden Etagen weiter. Neues Ziel ist nun vor Kälte- und Frosteinbruch die Turmhöhe in Langhausdachrinnenhöhe zu erreichen.

In der übernächsten Woche kann dann noch der Maler die Gesimse streichen, der Zimmerer die Schallladen einbauen, der Turmuhrenbauer die Ziffernblätter anbringen und die Blitzschutzfirma die Blitzableiter wiederherstellen.
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20.10.2017